§ 54 GVG

Gerichtsverfassungsgesetz vom 27. Januar 1877
[1. Januar 1979]
1§ 54.
2(1) [1] Der Richter beim Amtsgericht kann einen Schöffen auf dessen Antrag wegen eingetretener Hinderungsgründe von der Dienstleistung an bestimmten Sitzungstagen entbinden. [2] Ein Hinderungsgrund liegt vor, wenn der Schöffe an der Dienstleistung durch unabwendbare Umstände gehindert ist oder wenn ihm die Dienstleistung nicht zugemutet werden kann.
3(2) [1] Für die Heranziehung von Hilfsschöffen steht es der Verhinderung eines Schöffen gleich, wenn der Schöffe nicht erreichbar ist. [2] Ein Schöffe, der sich zur Sitzung nicht einfindet und dessen Erscheinen ohne erhebliche Verzögerung ihres Beginns voraussichtlich nicht herbeigeführt werden kann, gilt als nicht erreichbar. [3] Ein Hilfsschöffe ist auch dann als nicht erreichbar anzusehen, wenn seine Heranziehung eine Vertagung der Verhandlung oder eine erhebliche Verzögerung ihres Beginns notwendig machen würde. [4] Die Entscheidung darüber, daß ein Schöffe nicht erreichbar ist, trifft der Richter beim Amtsgericht. [5] § 56 bleibt unberührt.
4(3) [1] Die Entscheidung ist nicht anfechtbar. [2] Der Antrag nach Absatz 1 und die Entscheidung sind aktenkundig zu machen.
Anmerkungen:
1. 1. Oktober 1950: Artt. 1 Nr. I.26, 8 Nr. I des Gesetzes vom 12. September 1950.
2. 1. Januar 1979: Artt. 2 Nr. 5 Buchst. a, 11 Abs. 1 des Gesetzes vom 5. Oktober 1978.
3. 1. Januar 1979: Artt. 2 Nr. 5 Buchst. b, 11 Abs. 1 des Gesetzes vom 5. Oktober 1978.
4. 1. Januar 1979: Artt. 2 Nr. 5 Buchst. c, 11 Abs. 1 des Gesetzes vom 5. Oktober 1978.

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