§ 254 BGB. Mitverschulden

Bürgerliches Gesetzbuch vom 18. August 1896
[1. Januar 2002]
1§ 254. 2Mitverschulden.
(1) Hat bei der Entstehung des Schadens ein Verschulden des Beschädigten mitgewirkt, so hängt die Verpflichtung zum Ersatze sowie der Umfang des zu leistenden Ersatzes von den Umständen, insbesondere davon ab, inwieweit der Schaden vorwiegend von dem einen oder dem anderen Theile verursacht worden ist.
(2) [1] Dies gilt auch dann, wenn sich das Verschulden des Beschädigten darauf beschränkt, daß er unterlassen hat, den Schuldner auf die Gefahr eines ungewöhnlich hohen Schadens aufmerksam zu machen, die der Schuldner weder kannte noch kennen mußte, oder daß er unterlassen hat, den Schaden abzuwenden oder zu mindern. [2] Die Vorschrift des § 278 findet entsprechende Anwendung.
Anmerkungen:
1. 1. Januar 1900: Erstes Gesetz vom 18. August 1896, Art. 1 des Zweiten Gesetzes vom 18. August 1896.
2. 1. Januar 2002: Artt. 1 Abs. 2 S. 3, 9 Abs. 1 S. 3 des Gesetzes vom 26. November 2001.

Umfeld von § 254 BGB

§ 253 BGB. Immaterieller Schaden

§ 254 BGB. Mitverschulden

§ 255 BGB. Abtretung der Ersatzansprüche

Entscheidungen zu § 254 BGB

Bundesgerichtshof BGB § 254 (Da) Zur Frage des Mitverschuldenseinwandes gegenüber einem auf Aufklärungsverschulden gestützten Schadenersatzanspruch, wenn der Geschädigte in besonderem Maße auf das Wort des ihm freundschaftlich verbundenen Schädigers vertraut hat. BGH, Urteil vom 14. 1. 2002 - II ZR 184/ 99; OLG Hamm (Lexetius.com/2002,204 [2002/4/155]) Der II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes …
Bundesgerichtshof BGB § 254 Wer den Wert der zum Versand gebrachten Ware nicht angibt, obwohl er weiß, daß diese bei einer entsprechenden Angabe besonderen Sicherungen unterstellt wird, hat sich das daraus folgende Mitverschulden als schadensursächlich anrechnen zu lassen, wenn sein Verhalten dem Schuldner die Möglichkeit nimmt, den Ort des Schadenseintritts einzugrenzen und auf diese Weise …
Bundesgerichtshof BGB § 254 Der Besteller ist nicht gehalten, eine von ihm genutzte Wochenend- und Ferienwohnung zum Zweck der Schadensminderung zu vermieten, wenn der Unternehmer mit der Erstellung einer weiteren Wochenend- und Ferienwohnung in Verzug gerät. BGH, Urteil vom 27. 1. 2005 - VII ZR 276/ 03; OLG Koblenz (Lexetius.com/2005,213) Der VII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs …
Bundesgerichtshof BGB § 254 Abs. 1 Da Wer die Beseitigung der Folgen aus einer nach widerrechtlicher Drohung eingegangenen Verpflichtung verlangen kann, ist grundsätzlich nicht dem Einwand des Mitverschuldens ausgesetzt. BGH, Urteil vom 13. 9. 2001 - VII ZR 415/ 99; OLG Dresden; LG Dresden (Lexetius.com/2001,1272 [2001/11/94]) Der VII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche …
Bundesgerichtshof BGB § 254 Abs. 1 Da Einem durch einen Auffahrunfall verletzten Pannenhelfer kann es zum Mitverschulden gereichen, wenn er sich an einem auf der rechten Fahrspur der Autobahn mit eingeschalteter Warnblinkanlage liegengebliebenen Fahrzeug, das nicht durch zusätzliche Aufstellung eines Warndreiecks gesichert ist, zum Zwecke der Befestigung eines Abschleppseils zu schaffen macht …
Bundesgerichtshof BGB § 254; HGB § 425 a) Eine Anspruchsminderung gemäß § 254 BGB, § 425 Abs. 2 HGB im Hinblick darauf, dass der Versender einen Frachtführer mit der Transportdurchführung beauftragt, von dem er weiß oder zumindest hätte wissen müssen, dass es in dessen Unternehmen aufgrund …; OLG Hamm NJW-RR 1998, 380; Bamberger/ Roth/ Grüneberg, BGB, § 254 Rdn. 28). IV. Danach …
Bundesgerichtshof BGB § 254 Abs. 2 Eine Haftung des Transporteurs, die über die vertraglich vereinbarte Wertgrenze hinausgeht, ab der er Güter nicht mehr befördern will, ist bei einem Mitverschulden des Versenders wegen eines unterlassenen Hinweises auf die Gefahr eines ungewöhnlich hohen Schadens in der Regel zu verneinen. BGH, Urteil vom 3. 5. 2007 - I ZR 109/ 04; OLG Düsseldorf (Lexetius.com …
Bundesgerichtshof BGB § 254 Abs. 1 Für ein zu berücksichtigendes Mitverschulden (§ 254 Abs. 1 BGB) des Paketversenders wegen unterlassener Wertdeklaration kann es ausreichen, dass der Versender die sorgfältigere Behandlung von Wertpaketen durch den Spediteur/ Frachtführer hätte kennen müssen. Von einem Kennenmüssen der Anwendung höherer Sorgfalt bei korrekter Wertangabe kann im Allgemeinen …
Bundesgerichtshof BGB § 249; BGB § 254 Ist unstreitig, dass ein Verkehrsunfallgeschädigter nach dem Unfall auf die sofortige Weiterfahrt mit einem Mietfahrzeug angewiesen war, darf der Tatrichter die auf Ersatz der Mietwagenkosten nach einem Unfallersatztarif gerichtete Klage nicht mit der Begründung abweisen, dieser Vortrag sei schon im Hinblick auf die Notwendigkeit der Inanspruchnahme …
Bundesgerichtshof BGB § 249; BGB § 254 Zu den Anforderungen an den Vortrag eines Verkehrsunfallgeschädigten, der sich für die Inanspruchnahme eines Unfallersatztarifs darauf beruft, er habe die Anmietung eines Ersatzfahrzeugs zum Normaltarif wegen der Notwendigkeit, eine Kaution zu leisten und in Vorkasse zu treten, abgelehnt. BGH, Urteil vom 6. 3. 2007 - VI ZR 36/ 06; LG Mühlhausen (Lexetius.com …
Bundesgerichtshof BGB § 254; StVG § 7 Der Fahrer eines Kraftfahrzeugs, der nicht zugleich Halter desselben ist, muss sich die einfache Betriebsgefahr des Fahrzeugs nur dann zurechnen lassen, wenn er seinerseits für Verschulden gemäß § 823 BGB oder für vermutetes Verschulden gemäß § 18 StVG haftet. BGH, Urteil vom 17. 11. 2009 - VI ZR 64/ 08; OLG Koblenz (Lexetius.com/2009,3630) Der VI. Zivilsenat …
Bundesgerichtshof BGB § 254 Abs. 1 a) Eine vollständige Überbürdung des Schadens auf den Geschädigten unter dem Gesichtspunkt des Mitverschuldens ist nur ausnahmsweise in Betracht zu ziehen. b) Nur vermutete Tatbeiträge oder die bloße Möglichkeit einer Schadensverursachung haben bei der Abwägung der Verursachungs- und Verschuldensanteile außer Betracht zu bleiben. BGH, Urteil vom 28. 4. 2015 - VI …
Bundesgerichtshof BGB § 254 Abs. 1 F Zur Frage der Haftungsquotierung bei weisungswidriger Fehlleitung eines Überweisungsbetrages im beleglosen Überweisungsverkehr durch die Empfängerbank und fehlerhafter Angabe der Bankleitzahl durch den Auftraggeber. BGH, Urteil vom 12. 10. 1999 - XI ZR 294/ 98; OLG Jena (Lexetius.com/1999,1100 [2002/1/459]) Der XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes …
Bundesgerichtshof BGB §§ 254, 635 a. F. Nimmt der Besteller den Unternehmer wegen einer vertragswidrigen Ausführung des Bauwerks auf Gewährleistung in Anspruch, die auf eine vertragswidrige Planung seines Architekten zurückzuführen ist, muß bei der Bewertung der beiderseitigen Verursachungsbeiträge der Bedeutung der Verpflichtung des Unternehmers Rechnung getragen …
Bundesgerichtshof BGB §§ 254, 426 Abs. 1 Hat einer von mehreren Gesellschaftern einer BGB-Gesellschaft (hier: einer ärztlichen Gemeinschaftspraxis von Gynäkologen) schuldhaft verursacht, dass die Gesellschaft auf Schadensersatz in Anspruch genommen werden konnte, kann dies im Rahmen des Gesamtschuldner-Innenausgleichs unter Heranziehung des Gedankens des § 254 BGB zu einer Alleinhaftung …
Bundesgerichtshof BGB § 254 Abs. 1, § 278 Verlangt ein Mandant, der aufgrund einer Abmahnung Kenntnis von der Unvollständigkeit der Markenrecherche hat, die sein Rechtsanwalt für ihn durchgeführt hat, von diesem Anwalt Schadensersatz, muss er sich unter Umständen ein Verschulden des von ihm zur Abwehr der Abmahnung eingeschalteten Zweitanwalts anrechnen lassen. BGH, Urteil vom 14. 10. 2010 - I ZR …