Gesetz über das Wohnungseigentum und das Dauerwohnrecht (Wohnungseigentumsgesetz) vom 15. März 1951

[16. März 1951/20. März 1951]
1§ 28. Wirtschaftsplan, Rechnungslegung.
(1) [1] Der Verwalter hat jeweils für ein Kalenderjahr einen Wirtschaftsplan aufzustellen. [2] Der Wirtschaftsplan enthält:
  • 1. die voraussichtlichen Einnahmen und Ausgaben bei der Verwaltung des gemeinschaftlichen Eigentums;
  • 2. die anteilmäßige Verpflichtung der Wohnungseigentümer zur Lasten- und Kostentragung;
  • 3. die Beitragsleistung der Wohnungseigentümer zu der in § 21 Abs. 5 Nr. 4 vorgesehenen Instandhaltungsrückstellung.
(2) Die Wohnungseigentümer sind verpflichtet, nach Abruf durch den Verwalter dem beschlossenen Wirtschaftsplan entsprechende Vorschüsse zu leisten.
(3) Der Verwalter hat nach Ablauf des Kalenderjahres eine Abrechnung aufzustellen.
(4) Die Wohnungseigentümer können durch Mehrheitsbeschluß jederzeit von dem Verwalter Rechnungslegung verlangen.
(5) Über den Wirtschaftsplan, die Abrechnung und die Rechnungslegung des Verwalters beschließen die Wohnungseigentümer durch Stimmenmehrheit.
Anmerkungen:
1. 16. März 1951/20. März 1951: § 64 des Gesetzes vom 15. März 1951.

Entscheidungen zu § 28 WEG

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Bundesgerichtshof WEG § 28 Abs. 3 und 5 a) Das Recht des Wohnungseigentümers auf Einsichtnahme in Verwaltungsunterlagen ist grundsätzlich in den Geschäftsräumen des Verwalters auszuüben; dort kann er sich auf seine Kosten Ablichtungen der Unterlagen anfertigen oder anfertigen lassen. b) Der gegen …) und das Schikaneverbot (§ 226 BGB) begrenzen das Einsichtsrecht (Timme/ Batschari, WEG, § 28 Rn. 76 …
Bundesgerichtshof WEG § 28 Abs. 3; HeizkostenVO § 3 Satz 1 Die Regelungen der Heizkostenverordnung gelten für die Wohnungseigentümergemeinschaft unmittelbar; einer Vereinbarung oder eines Beschlusses …, 5. Aufl., § 28 WEG Rn. 17; Staudinger/Bub, BGB [2005], § 28 WEG Rn. 348 f.; Spielbauer/Then, WEG, § 28 Rn. 38). dd) Nach einer Gegenauffassung ist in der Gesamtabrechnung ausnahmslos am Einnahmen …
Bundesgerichtshof BGB § 199 Abs. 1; WEG § 28 Abs. 2, Abs. 5 Die dreijährige Verjährungsfrist für Ansprüche auf Zahlung von Wohngeldvorschüssen beginnt mit dem Ende des Jahres, in dem die Vorschüsse fällig sind. Der Beschluss über die Jahresabrechnung führt nicht zu einem Neubeginn der Verjährung. BGH, Urteil vom 1. 6. 2012 - V ZR 171/11; LG Berlin (Lexetius.com/2012,2512) Der V. Zivilsenat des …