§ 2b UKlaG. Missbräuchliche Geltendmachung von Ansprüchen

Gesetz über Unterlassungsklagen bei Verbraucherrechts- und anderen Verstößen (Unterlassungsklagengesetz - UKlaG) vom 26. November 2001
[2. Dezember 2020]
1§ 2b. Missbräuchliche Geltendmachung von Ansprüchen. [1] Die Geltendmachung eines Anspruchs nach den §§ 1 bis 2a ist unzulässig, wenn sie unter Berücksichtigung der gesamten Umstände missbräuchlich ist, insbesondere wenn sie vorwiegend dazu dient, gegen den Anspruchsgegner einen Anspruch auf Ersatz von Aufwendungen oder Kosten der Rechtsverfolgung entstehen zu lassen. 2[2] Eine missbräuchliche Geltendmachung ist im Zweifel anzunehmen, wenn
  • 1. die Vereinbarung einer offensichtlich überhöhten Vertragsstrafe verlangt wird,
  • 2. die vorgeschlagene Unterlassungsverpflichtung offensichtlich über die abgemahnte Rechtsverletzung hinausgeht,
  • 3. mehrere Zuwiderhandlungen, die zusammen hätten abgemahnt werden können, einzeln abgemahnt werden oder
  • 4. wegen einer Zuwiderhandlung, für die mehrere Zuwiderhandelnde verantwortlich sind, die Ansprüche gegen die Zuwiderhandelnden ohne sachlichen Grund nicht zusammen geltend gemacht werden.
3[3] In diesen Fällen kann der Anspruchsgegner Ersatz der für seine Rechtsverteidigung erforderlichen Aufwendungen verlangen. 4[4] Weitergehende Ersatzansprüche bleiben unberührt.
Anmerkungen:
1. 24. Februar 2016: Artt. 3 Nr. 3, 5 S. 2 des Zweiten Gesetzes vom 17. Februar 2016.
2. 2. Dezember 2020: Artt. 2 Nr. 1, 9 Abs. 1 des Gesetzes vom 26. November 2020.
3. 2. Dezember 2020: Artt. 2 Nr. 1, 9 Abs. 1 des Gesetzes vom 26. November 2020.
4. 2. Dezember 2020: Artt. 2 Nr. 1, 9 Abs. 1 des Gesetzes vom 26. November 2020.

Umfeld von § 2b UKlaG

§ 2a UKlaG. Unterlassungsanspruch nach dem Urheberrechtsgesetz

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