§ 374 StPO. Zulässigkeit; Privatklageberechtigte

Strafprozeßordnung vom 1. Februar 1877
[2. April 2021]
1§ 374. 2Zulässigkeit; Privatklageberechtigte.
3(1) Im Wege der Privatklage können vom Verletzten verfolgt werden, ohne daß es einer vorgängigen Anrufung der Staatsanwaltschaft bedarf,
  • 1. ein Hausfriedensbruch (§ 123 des Strafgesetzbuches),
  • 42. eine Beleidigung (§§ 185 bis 189 des Strafgesetzbuches), wenn sie nicht gegen eine der in § 194 Abs. 4 des Strafgesetzbuches genannten politischen Körperschaften gerichtet ist,
  • 52a. eine Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs und von Persönlichkeitsrechten durch Bildaufnahmen (§ 201a Absatz 1 und 2 des Strafgesetzbuches),
  • 3. eine Verletzung des Briefgeheimnisses (§ 202 des Strafgesetzbuches),
  • 64. eine Körperverletzung (§§ 223 und 229 des Strafgesetzbuches),
  • 75. eine Nötigung (§ 240 Absatz 1 bis 3 des Strafgesetzbuches) oder eine Bedrohung (§ 241 Absatz 1 bis 3 des Strafgesetzbuches),
  • 85a. eine Bestechlichkeit oder Bestechung im geschäftlichen Verkehr (§ 299 des Strafgesetzbuches),
  • 6. eine Sachbeschädigung (§ 303 des Strafgesetzbuches),
  • 96a. eine Straftat nach § 323a des Strafgesetzbuches, wenn die im Rausch begangene Tat ein in den Nummern 1 bis 6 genanntes Vergehen ist,
  • 107. eine Straftat nach § 16 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb und § 23 des Gesetzes zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen,
  • 118. eine Straftat nach § 142 Abs. 1 des Patentgesetzes, § 25 Abs. 1 des Gebrauchsmustergesetzes, § 10 Abs. 1 des Halbleiterschutzgesetzes, § 39 Abs. 1 des Sortenschutzgesetzes, § 143 Abs. 1, § 143a Abs. 1 und § 144 Abs. 1 und 2 des Markengesetzes, § 51 Abs. 1 und § 65 Abs. 1 des Designgesetzes, den §§ 106 bis 108 sowie § 108b Abs. 1 und 2 des Urheberrechtsgesetzes und § 33 des Gesetzes betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie.
12(2) [1] Die Privatklage kann auch erheben, wer neben dem Verletzten oder an seiner Stelle berechtigt ist, Strafantrag zu stellen. [2] Die in § 77 Abs. 2 des Strafgesetzbuches genannten Personen können die Privatklage auch dann erheben, wenn der vor ihnen Berechtigte den Strafantrag gestellt hat.
13(3) Hat der Verletzte einen gesetzlichen Vertreter, so wird die Befugniß zur Erhebung der Privatklage durch diesen und, wenn [Körperschaften], Gesellschaften und andere Personenvereine, [die] als solche in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten klagen können, die Verletzten sind, durch dieselben Personen wahrgenommen, durch [die] sie in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten vertreten werden.
Anmerkungen:
1. 1. April 1924: §§ 43, 40 Abs. 4 der Verordnung vom 4. Januar 1924, Bekanntmachung vom 22. März 1924.
2. 25. Juli 2015: Artt. 1 Nr. 13 S. 3, 10 des Gesetzes vom 17. Juli 2015.
3. 1. Januar 1975: Artt. 21 Nr. 92, 326 Abs. 1 des Gesetzes vom 2. März 1974.
4. 1. April 1998: Artt. 3 Nr. 5 Buchst. a, 9 des Zweiten Gesetzes vom 26. Januar 1998.
5. 1. Januar 2021: Artt. 2 Nr. 2, 4 des Gesetzes vom 9. Oktober 2020.
6. 1. April 1998: Artt. 3 Nr. 5 Buchst. b, 9 des Zweiten Gesetzes vom 26. Januar 1998.
7. 2. April 2021: Artt. 8 Nr. 6, 18 des Zweiten Gesetzes vom 30. März 2021.
8. 20. August 1997: Artt. 3 Nr. 1, 15 des Gesetzes vom 13. August 1997.
9. 1. September 2004: Artt. 3 Nr. 16, 14 S. 1 des Gesetzes vom 24. August 2004.
10. 26. April 2019: Artt. 3 Nr. 1, 6 des Gesetzes vom 18. April 2019.
11. 1. Januar 2014: Artt. 5 Abs. 4, 7 Abs. 2 des Gesetzes vom 10. Oktober 2013.
12. 1. Januar 1975: Artt. 21 Nr. 92, 326 Abs. 1 des Gesetzes vom 2. März 1974.
13. 1. Oktober 1950: Anlage 3, Artt. 9, 8 Nr. I des Gesetzes vom 12. September 1950.

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