§ 149 GewO. Einrichtung eines Gewerbezentralregisters

Gewerbeordnung für [das Deutsche Reich] vom 21. Juni 1869
[31. August 2020]
1§ 149. Einrichtung eines Gewerbezentralregisters.
2(1) Das Bundesamt für Justiz (Registerbehörde) führt ein Gewerbezentralregister.
(2) [1] In das Register sind einzutragen
  • 1. die vollziehbaren und die nicht mehr anfechtbaren Entscheidungen einer Verwaltungsbehörde, durch die wegen Unzuverlässigkeit oder Ungeeignetheit
    • a) ein Antrag auf Zulassung (Erlaubnis, Genehmigung, Konzession, Bewilligung) zu einem Gewerbe oder einer sonstigen wirtschaftlichen Unternehmung abgelehnt oder eine erteilte Zulassung zurückgenommen oder widerrufen,
    • 3b) die Ausübung eines Gewerbes, die Tätigkeit als Vertretungsberechtigter eines Gewerbetreibenden oder als mit der Leitung eines Gewerbebetriebes beauftragte Person oder der Betrieb oder die Leitung einer sonstigen wirtschaftlichen Unternehmung untersagt,
    • 4c) ein Antrag auf Erteilung eines Befähigungsscheines nach § [20] des Sprengstoffgesetzes abgelehnt oder ein erteilter Befähigungsschein entzogen,
    • 5d) im Rahmen eines Gewerbebetriebes oder einer sonstigen wirtschaftlichen Unternehmung die Befugnis zur Einstellung oder Ausbildung von Auszubildenden entzogen oder die Beschäftigung, Beaufsichtigung, Anweisung oder Ausbildung von Kindern und Jugendlichen verboten oder
    • 6e) die Führung von Kraftverkehrsgeschäften untersagt
    wird,
  • 72. Verzichte auf eine Zulassung zu einem Gewerbe oder einer sonstigen wirtschaftlichen Unternehmung während eines Rücknahme- oder Widerrufsverfahrens wegen Unzuverlässigkeit oder Ungeeignetheit,
  • 83. rechtskräftige Bußgeldentscheidungen, insbesondere auch solche wegen einer Steuerordnungswidrigkeit, die aufgrund von Taten ergangen sind, die
    • a) bei oder in Zusammenhang mit der Ausübung eines Gewerbes oder dem Betrieb einer sonstigen wirtschaftlichen Unternehmung oder
    • b) bei der Tätigkeit in einem Gewerbe oder einer sonstigen wirtschaftlichen Unternehmung von einem Vertreter oder Beauftragten im Sinne des § 9 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten oder von einer Person, die in einer Rechtsvorschrift ausdrücklich als Verantwortlicher bezeichnet ist,
    begangen worden sind, wenn die Geldbuße mehr als 200 Euro beträgt,
  • 94. rechtskräftige strafgerichtliche Verurteilungen wegen einer Straftat nach den §§ 10 und 11 des Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetzes, nach den §§ 15 und 15a des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes oder nach § 266a Abs. 1, 2 und 4 des Strafgesetzbuches, die bei oder im Zusammenhang mit der Ausübung eines Gewerbes oder dem Betrieb einer sonstigen wirtschaftlichen Unternehmung begangen worden ist, wenn auf Freiheitsstrafe von mehr als drei Monaten oder Geldstrafe von mehr als 90 Tagessätzen erkannt worden ist.
10[2] Von der Eintragung sind Entscheidungen und Verzichte ausgenommen, die nach § 28 des Straßenverkehrsgesetzes in das Fahreignungsregister einzutragen sind.
11(3) [1] Gerichte und Behörden teilen der Registerbehörde die in Absatz 2 genannten Entscheidungen und Tatsachen mit. [2] Stellen sie fest, dass die mitgeteilten Daten unrichtig sind, haben sie der Registerbehörde dies und, soweit und sobald sie bekannt sind, die richtigen Daten unverzüglich anzugeben. [3] Stellt die Registerbehörde eine Unrichtigkeit fest, hat sie die richtigen Daten der mitteilenden Stelle zu übermitteln oder die mitteilende Stelle zu ersuchen, die richtigen Daten mitzuteilen. [4] In beiden Fällen hat die Registerbehörde die unrichtige Eintragung zu berichtigen. [5] Die mitteilende Stelle sowie Stellen, denen nachweisbar eine unrichtige Auskunft erteilt worden ist, sind hiervon zu unterrichten, sofern es sich nicht um eine offenbare Unrichtigkeit handelt. [6] Die Unterrichtung der mitteilenden Stelle unterbleibt, wenn seit Eingang der Mitteilung nach Satz 1 mehr als fünf Jahre verstrichen sind. [7] Die Frist verlängert sich bei Verurteilungen zu Freiheitsstrafe um deren Dauer.
12(4) [1] Legt die betroffene Person schlüssig dar, dass eine Eintragung unrichtig ist, hat die Registerbehörde die Eintragung mit einem Sperrvermerk zu versehen, solange sich weder die Richtigkeit noch die Unrichtigkeit der Eintragung feststellen lassen. [2] Die Daten dürfen außer zur Prüfung der Richtigkeit und außer zur Auskunftserteilung in den Fällen des § 150a Absatz 2 Nummer 1 und 2 ohne Einwilligung der betroffenen Person nicht verarbeitet oder genutzt werden. [3] In der Auskunft nach Satz 2 ist auf den Sperrvermerk hinzuweisen. [4] Im Übrigen wird nur auf den Sperrvermerk hingewiesen.
Anmerkungen:
1. 1. Januar 1976: Artt. I Nr. 2, VI Abs. 2 des Gesetzes vom 13. Juni 1974.
2. 1. Januar 2007: Artt. 3 Nr. 1, 5 S. 1 des Gesetzes vom 17. Dezember 2006.
3. 1. August 1986: Artt. 5 Nr. 3, 12 des Gesetzes vom 15. Mai 1986.
4. 5. Dezember 2014: Artt. 2 Nr. 1 Buchst. a, 4 Abs. 1 des Gesetzes vom 28. November 2014.
5. 5. Dezember 2014: Artt. 2 Nr. 1 Buchst. b, 4 Abs. 1 des Gesetzes vom 28. November 2014.
6. 5. Dezember 2014: Artt. 2 Nr. 1 Buchst. c, 4 Abs. 1 des Gesetzes vom 28. November 2014.
7. 29. Juli 2017: Artt. 3 Nr. 2 Buchst. a Doppelbuchst. aa, 6 Abs. 1 des Ersten Gesetzes vom 18. Juli 2017.
8. 29. Juli 2017: Artt. 3 Nr. 2 Buchst. a Doppelbuchst. bb Dreifachbuchst. aaa, Dreifachbuchst. bbb, 6 Abs. 1 des Ersten Gesetzes vom 18. Juli 2017.
9. 1. August 2004: Artt. 10 Nr. 2, 26 Abs. 1 des Gesetzes vom 23. Juli 2004.
10. 1. Mai 2014: Artt. 6, 9 Abs. 1 des Gesetzes vom 28. August 2013.
11. 31. August 2020: Artt. 3 Nr. 2 Buchst. b, 6 Abs. 3 des Ersten Gesetzes vom 18. Juli 2017.
12. 31. August 2020: Artt. 3 Nr. 2 Buchst. b, 6 Abs. 3 des Ersten Gesetzes vom 18. Juli 2017.